12. Oktober 2021

Nora - die barrierefreie Notfall-App

Das Logo der nora-App
Quelle
nora-notruf.de

Achtung: Aktuell ist die Anwendung über die App-Stores wegen zu hoher Nachfrage und Serverüberlastung nicht verfügbar. Dafür kann man sich beim Support melden und per Nachricht einen Zugang anfordern. Wer nora bereits heruntergeladen und installiert hat, kann sie weiterhin problemlos verwenden.

Seit Ende September ist mit nora die offizielle Notruf-App der Bundesländer für die Handy-Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Statt klassisch per Telefon über die bekannten Notfall-Nummern 110 (Polizei) und 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst) Einsatzkräfte zu informieren, geht das nun auch schnell und unkompliziert per App. Das Besondere daran: Bei der Nutzung der Anwendung wird die Ortungsfunktion Ihres Mobilgeräts genutzt, sodass die Leitstellen Ihren Standort genau ermitteln können – auch dann, wenn Sie selbst nicht genau wissen, wo Sie sind. Gerade in abschüssigen und unübersichtlichen Gebieten, beispielsweise bei einer Wanderung, kann das entscheidend sein.

Standort-Funktion und stille Notrufe

Zudem können Notrufe abgesetzt werden, ohne dass aktiv gesprochen werden muss. „Das ermöglicht Menschen mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten den direkten Kontakt zu den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst“, heißt es auf der offiziellen Seite der App. Nora eignet sich genauso für das Absetzen sogenannter stiller Notrufe, wenn also in bedrohlichen Situationen der Notruf von anderen nicht bemerkt werden soll. Wer die App neu installiert hat und sich unsicher ist, wie genau sie funktioniert, kann im eingebauten Demo-Modus einen Notfall von Anfang bis Ende simulieren, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Natürlich wird dabei keine echte Einsatzleitstelle kontaktiert.

Für die Registrierung bei der App ist die Angabe einer Mobil-Nummer und Ihres Namens notwendig. Nach erfolgreicher Installation und Anmeldung können im Profil freiwillige weitere Angaben gemacht werden, so zum Beispiel Informationen zum Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen oder Behinderungen. Diese werden zunächst nur lokal auf dem Gerät gespeichert. Erst bei einem medizinischen Notfall, von dem Sie selbst betroffen sind, werden sie an die Rettungskräfte weitergegeben.

Bewusste Trennung zu Warn-Apps

Bislang ist die App auf Deutsch und Englisch erschienen und funktioniert in 15 von 16 Bundesländern. „In Berlin sind noch Abstimmungen erforderlich, bevor auch dort der App-Notruf angenommen wird“, erklären die Betreiber:innen. Dass die Anwendung nicht in die bereits vorhandenen Warn-Apps wie NINA und KatWarn integriert ist, wird mit der notwendigen Schnelligkeit begründet: „Im Notfall soll es schnell gehen. Dann ist es wichtig, dass die Funktion zum Absetzen eines Notrufs möglichst einfach erreichbar ist und nicht erst unter den vielen anderen Funktionen einer umfangreichen Universal-App gesucht werden muss. Darüber hinaus erleichtert eine klare Trennung sowohl die technische Entwicklung als auch die fachliche Organisation des Notruf-App-Systems. Zu guter Letzt können sich Nutzer und Nutzerinnen so entscheiden, welche Funktionalität sie haben möchten - und welche nicht.

Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu nora finden Sie hier: https://www.nora-notruf.de/de-as/wie-funktioniert-nora/schritt-fuer-schritt-anleitungen

Von
D.Lehmann