Smart Homes: Kein Boom, aber ein klarer Trend

D.Lehmann

Einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zufolge zeichnet sich in Deutschland ein klarer Trend ab, was die Nutzung von Smart Home betrifft. So sei die Verbreitung smarter Devices in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen. Bereits 13 Prozent der Haushalte verfügen beispielsweise über ein intelligentes Lautsprechersystem. Entsprechend ausgerüstete Leuchten und Thermostate haben laut der Smart Home Consumer Survey seit 2015 um 50 bis 60 Prozent zugelegt. Auch steuerbare Steckdosen werden stark nachgefragt (hier geht's zur Studie).

 

"Von einem Boom zu sprechen, wäre noch verfrüht, aber die Verbreitung von Smart-Home-Komponenten nimmt zu. Insgesamt steigen Akzeptanz und Interesse, wenn auch im Hinblick auf sensible Bereiche wie etwa Türschlösser noch Vorbehalte existieren. Der Kenntnisstand ist bei nahezu allen Altersgruppen deutlich gestiegen“, erklärt Dr. Gunther Wagner, Director Technology bei Deloitte in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

 

Die Skepsis schwindet, aber Bedenken um Nutzungsdaten

Gründe für die Anschaffung eines Smart-Home-Systems waren in der aktuellen Befragung vor allem die Aussicht auf höheren Komfort und zusätzliche Sicherheit. Im Vergleich zu 2015 haben diese Aspekte sogar noch an Bedeutung gewonnen. Zudem konnten viele Vorurteile über das Smart Home mittlerweile widerlegt werden, sodass bei vielen Verbrauchern die Skepsis allmählich schwindet. Weder sind Smart-Home-Komponenten heutzutage kompliziert zu installieren oder gar nur für neue Hausbauprojekte ein Thema, noch ist die Bedienung (zu) kompliziert (Lese-Empfehlung: 5 Mythen zum Smart Home und warum sie nicht mehr stimmen [Link zum Beitrag auf Netzpiloten.de]).

 

Bedenken gibt es allerdings bei den Nutzungsdaten, die in einem Smart Home gesammelt und verwendet werden. "Obwohl das Teilen von Nutzungsdaten eine unabdingbare Voraussetzung für intelligente Smart Home Funktionalitäten darstellt, sind nur 14 Prozent der Befragten dazu grundsätzlich bereit – und 40 Prozent lehnen es sogar ab, Nutzungsdaten zu teilen", heißt es dazu in der Smart Home Consumer Survey. Vor allem gegenüber Unternehmen wie Amazon und Google herrsche Misstrauen, Anbieter von Unterhaltungselektronik schneiden deutlich besser ab.

 

Was passiert bei IT-Sicherheitslücken?

Ein weiteres Problemfeld stellt die Sicherheits des Systems an sich dar. Durch die Vernetzung verschiedener Devices mit unterschiedlichen Schutzmechanismen gegen Zugriffe von außen, ist noch nicht abzusehen, inwiefern das Smart Home wirklich vor Hackerangriffen gefeit ist, da viele Hersteller bislang wohl eher den Fokus auf Funktionialität gelegt haben. Rechtlich stellt sich die Frage, wer in einem Fall diesem haftet: "Ein Haus ist mit einem Sicherheitssystem mit Internetzugang ausgestattet. Darüber kann auch die Haustür geöffnet werden. Bei einem Hacker-Angriff dient den Kriminellen der Kühlschrank, der neben weiteren Smart-Home-Produkten in das hauseigene Netzwerk eingebunden ist, als Angriffspunkt. Den Hackern ist es nun möglich, die Haustür zu öffnen und Wertgegenstände zu entwenden" (Lese-Empfehlung: Wer haftet, wenn mein Kühlschrank gehackt wird? [Link zum Beitrag auf Channelpartner.de]).