Ortungsdienste: Ich weiß, wo Du gerade bist

G.Steinke

In älteren Krimis musste dafür noch ein Sender am Auto befestigt werden. Heute kann dies fast jedes kleine Programm auf dem Smartphone. Ortungsdienste sind der „letzte Schrei“. Fast alle Apps (= Applikationen: Kleine Programme mit unterschiedlichen Funktionen, die auf dem Smartphone oder Tablet installiert werden können) verlangen nach einer Freigabe ihres aktuellen Aufenthaltsortes. Was bedeutet das?

 

Bequemlichkeit vs. Datenschutz

Die meisten Programmierer interessiert nicht, wo Sie gerade sind. Auch die Firmen haben kein konkretes Interesse an Ihnen als Individuum. Sie wollen „nur“ Geld verdienen und das geht im Internet über Werbung oder über Dienste, die Ihnen kostenpflichtig verkauft werden. Das Sammeln von Ortungsdaten ist daher nicht per se gefährlich. Es kann z.B. dazu führen, dass Sie Werbung von der Pizzeria an der Ecke erhalten oder Ihnen eine neue App angeboten wird.

 

Es gibt inzwischen aber auch Programme, mit denen man wahlweise seinen Kindern oder dem Ehepartner nach spionieren kann, z. B. die App „mSpy“. Die Nützlichkeit ist umstritten. Bei Neuwagen wird diese Technik ab April 2018 ab Werk eingesetzt, um bei Unfällen den Rettungskräften schnellstmöglich den Weg zu weisen (eCall). Das ist sinnvoll, aber nicht jede Überwachung ist zulässig. Das Recht auf Privatsphäre ist höchstrichterlich verbrieft (Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 2. März 2006, Az. 2 BvR 2099/04). Dies wird in Frage gestellt, wenn eine permanente Überwachung machbar ist.

 

TIPPS

  • Aktivieren Sie Ortungsdienste nur dann, wenn Sie diese wirklich brauchen.

  • Prüfen Sie die Hersteller der Apps und installieren Sie keine aus dubiosen Quellen.

  • Schalten Sie das Smartphone zwischendurch aus.

  • Wenn Sie nur mobil telefonieren und fotografieren möchten, genügen vielleicht noch ein älteres Handymodell – und ein Fotoapparat.