Leichter Einstieg in die digitale Welt - Didaktisches Konzept

S.Brandt

Sie wollen ältere Menschen darin unterstützen, einen leichten Einstieg in die digitale Welt zu finden. Damit Ihre Veranstaltung zu einem Erfolg wird, ist es wichtig, sich im Vorfeld einige Gedanken zu machen. Folgend stellen Ihnen einige Tipps für eine erfolgreiche Wissensvermittlung vor. Sie finden diese und weitere methodische Hilfen und Hintergrundinformationen in unserem Didaktischen Konzept für Multiplikatoren zur Begleitung von Seniorinnen und Senioren

Tipps für eine erfolgreiche Wissensvermittlung:

  • Interessegeleitetes Vorgehen
    Steigen Sie in die Vermittlung von Internetkompetenzen mit der Frage nach Hobbies oder Interessengebieten der Teilnehmenden ein. So entwickelt sich eine lockere Atmosphäre zudem kann jede und jeder Kompetenzen auf der Suche nach Informationen zu seinem Lieblingsthema erwerben. Es lernt sich leichter von einem eigenen Thema aus, als nur theoretisch die Schritte zu Handhabung eines Smartphones oder der Einrichtung einer E-Mailadresse zu lernen.
  • Praxis vor Theorie
    Lassen Sie Ihren Internetneuling die Computer- und Internetnutzung selbst ausprobieren und fassen Sie theoretische Erläuterungen möglichst kurz. Jeder Teilnehmende hat nach Möglichkeit sein eigenes Gerät und jede Eingabe wird durch ihn ausgeführt. Weder der Lotse noch andere Teilnehmenden sollten dies übernehmen. Nehmen Sie viele Übungen in Ihre Lerneinheit auf, damit Ihr Internetneuling das Erlernte anwenden und vertiefen kann. Bei Ihren Treffen sollte die Handhabung der Technik im Vordergrund stehen: Was passiert beim Drücken dieser oder jener Taste, welche Reaktion ruft eine Mausbewegung hervor oder wie wird eine Aktion auf dem Bildschirm ausgelöst?
  • Fremde Begriffe erläutern und begrenzen
    Technische Fachbegriffe, Abkürzungen  oder englische Termini sind für Anfängerinnen und Anfänger zunächst eher verwirrend als erklärend. Erläutern Sie technische Begriffe verständlich und alltagsnah. Dabei hat es sich bewährt, Neues mit Bekanntem zu knüpfen und Analogien zum Alltag zu bilden.
  • Wiederholung und Ergebnissicherung
    Wiederholen Sie Lernschritte und Übungen – damit geben Sie Ihrem Internetneuling Gelegenheit zur Vertiefung des neuerworbenen Wissens und zur Entwicklung von Routinen. Geben Sie den Lernenden die Lernmaterialien an die Hand. Am besten als gedrucktes Exemplar oder auf einem USB-Stick. So können sie die einzelnen Schritte und Begriffe Zuhause wiederholen. Sie müssen damit rechnen, dass zuhause nicht geübt wird und auch lange Pausen entstehen. Daher sollten Sie bereit sein, immer wieder von vorne anzufangen und immer wieder zu wiederholen.
  •  Weniger ist mehr
    Als erfahrene Internetnutzerin oder erfahrener Internetnutzer möchten Sie vielleicht möglichst viele Ihrer Kenntnisse weitergeben. Tun Sie das – aber wohldosiert. Schaffen Sie kleine Lerneinheiten und konzentrieren Sie sich auf ein Thema pro Treffen. Gib es mehrere Wege für eine Anwendung, entscheiden Sie sich für einen. Führen Sie andere Möglichkeiten erst dann ein, wenn die erste sicher erlernt ist. ‚Weniger ist mehr‘ gilt auch für die Zeit: Die Dauer eines Treffens sollte eine Stunde nicht überschreiten. Prüfen Sie, ob die Aufnahmebereitschaft und Konzentrationsfähigkeit für mehr ausreicht.
  • Ängste nehmen, Sicherheit geben
    Geben Sie Zeit und Raum für Gespräche. Bei Neulingen können Ängste bei der Handhabung des Computers bestehen. Durch einen Tastendruck oder einen Mausklick etwas zu löschen oder zu zerstören ist die häufigste Sorge von Anfängerinnen und Anfängern. Mit zunehmender Erfahrung wächst die Sicherheit im Umgang mit der Technik. Zeigen Sie die Chancen Ihres Themas auf. Nehmen Sie Bedenken ernst. Geben Sie Hinweise, welche sicherheitsrelevanten Aspekte bei der Nutzung der Technik rund um Ihr Thema hilfreich sein können. Bei bekannten Risiken beschränken Sie sich auf die Aspekte, die den konkreten Themenbereich betreffen. Seien Sie offen. Nehmen die die Bedenken der Teilnehmer ernst.

Quelle: Didaktischen Konzept für Multiplikatoren zur Begleitung von Seniorinnen und Senioren