Fake News in 2017: Größer, schneller, weiter

D.Lehmann

Fake News haben im vergangenen Jahr noch mehr Interaktionen auf Facebook generiert als 2016. Zu diesem Ergebnis kommt das US-Medienportal BuzzFeed nach Auswertung dessen Analyse-Tools BuzzSumo. Für die Untersuchung relevant war, wie oft ein als Fake News erkannter Beitrag geteilt, geliked oder kommentiert wurde. Geprüft wurden Facebook-Postings von 167 Webseiten, die ausschließlich oder zumindest regelmäßig gezielt irreführende oder falsche Nachrichten verbreiten.

Besonders erfolgreich im englischsprachigen Raum waren Inhalte der Kategorien Verbrechen und Politik, so zum Beispiel Meldungen wie "Babysitty führt Baby in Scheide ein: Nottransport ins Krankenhaus" oder "FBI beschlagnahmt 3.000 Penisse bei der Hausdurchsuchung einer Pathologie-Mitarbeiterin". Hierzulande erzielten Fake News zu Reizthemen wie der Flüchtlingsproblematik ("Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer" oder auch "Asylbewerber bekommen den Führerschein zum Nulltarif") besonders große Reichweiten. Mit 78.500 Interaktionen ist "Pharmaindustrie geschockt - Studie belegt: Ungeimpfte Kinder sind signifikant weniger krank" der erfolgreichste deutschsprachige Hoax 2017 - laut BuzzFeed hatten im selben Zeitraum nicht einmal Online-Medien wie FAZ und SZ einen ähnlich erfolgreichen Artikel auf Facebook.

Wie kann ich Fake News erkennen?

Dabei lässt sich die Verbreitung von einzelnen Fake News gezielt eindämmen. Nach Angaben von Facebook sinkt die Interaktionsrate um 80%, sobald eine Nachricht durch Faktenchecker (bspws. die ARD-faktenfinder oder Mimikama) als Schwindel enttarnt wurde. Doch auch als Nutzer kann man einige wesentliche Dinge beachten:

http://www.ifla.org/node/11174 (CC BY 4.0)

Zum "Unwort des Jahres" wurde übrigens die Bezeichnung "alternative Fakten" gewählt. Er stehe für die "sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen, die dann mit einer Bezeichnung wie 'alternative Fakten' als legitim gekennzeichnet werden", so die Begründung der Jury. "Fake News" gehörten zu den zehn häufigsten Einsendungen aus den Zuschriften an das Gremium der sprachkritischen Aktion.