Browser-Spiel "Bad News": Wer erstellt die besten Fake News?

D.Lehmann

Wie funktionieren eigentlich Fake News und was macht sie so effizient? Im kostenlosen Browser-Spiel "Bad News" (Link) lässt sich genau das jetzt leicht nachvollziehen. Als Spieler schlüpft man nämlich selbst in die Rolle eines Manipulators, der das Ziel hat zum "fake news tycoon" aufzusteigen.

Und wie sieht das Ganze konkret aus? Nachdem ich in einer Art Twitter-Nachbildung über einen Fake-Account von Donald Trump Nordkorea den Krieg erklärt habe, stifte ich als Herausgeber von der flugs ins Netz gestellten "The Cosmos Post" weiter Unruhe, indem ich den Klimawandel leugne. Während meine Follower-Zahlen steigen, behalte ich meine Glaubwürdigkeit im Blick. Soll ich die entsprechenden Wissenschaftler persönlich angreifen? Oder emotional werden? Jede meiner Entscheidungen hat Einfluss auf meine Reichweite und meinen Ruf.

Emotionen sprechen am besten an

Ich veröffentliche ein humoristisches Meme mit dem Inhalt "Wissenschaftler kündigen den Klimawandel an, können aber nicht mal das Wetter vorhersagen!". Bingo! Das hat gesessen. Meine Leserschaft wächst schlagartig an. Warum das so gut funktioniert, erklärt das Spiel in launigen Zwischentexten. Inhalte, die Basisemotionen wie Angst ansprechen, haben von vornherein großes Erfolgspotenzial, heißt es. Das zeigt sich auch in den "beliebtesten" Fake News von 2017.

Entwickelt wurde "Bad News" von Wissenschaftlern der Universität Cambridge und der niederländischen Organisation DROG, die sich der Eindämmung von Desinformation im Netz verschrieben hat. Spieler sollen die üblichen Tricks und Kniffe aufgezeigt bekommen, um in ihrem eigenen Nachrichtenkonsum dafür sensibilisiert zu werden. Dass das notwendig ist, zeigt unter anderem eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT): Demnach werden auf Twitter Lügen und Fake News deutlich häufiger geteilt als korrekte Aussagen (hier ein Artikel dazu vom Deutschlandfunk).